Franz Schreibmayr wurde am 8. August 1907 in Hannover als Sohn des Dipl. Ing. Carl Schreibmayr und seiner Frau Agnes geboren. Hier besuchte er die Schule und 1926 legte auch das Abitur ab. Anschließend studierte er Theologie in Freiburg und Innsbruck. Nachdem seine Familie nach Berlin umgezogen war, wechselte auch Franz Schreibmayer 1933/34 nach Berlin, wo er am 29. Juni 1934 in der St. Hedwigskathedrale die Priesterweihe empfing. In den Folgejahren war er in Berlin als Kaplan tätig, ehe er 1938 von der Erzdiözese Berlin zum Eintritt in das Oratorium freigestellt wurde. Er war in der Folge in der Pfarrei St. Franz Xaver in Berlin tätig, die von Oratorianern betraut wurde. Der Oratorianer Klemens Tilmann arbeitete bereits seit 1936 mit Gustav Götzel vom Deutschen Katechetenverein (DKV) in München an einem neuen deutschen Katechismus. Franz Schreibmayr unterstützte Klemens Tilmann bei diesen Arbeiten, als dieser während seiner Militärzeit in Berlin war. 1945 folgte er der Einladung des Deutschen Katechetenvereins nach München und gründete hier mit den Oratorianer Philipp Dessauer (1898 - 1966), Heinrich Kahlefeld (1903 - 1980), Ernst Tewes (1908 - 1988), Klemens Tilmann (1904 - 1984), Jan Wiggers (1903 - 1961) und Joseph Jammers (1906 - 1987) ein Oratorium. Von 1948 an lebten sie zunächst in München-Solln in der Villa von Karl Muth, dem langjährigen Herausgeber der Zeitschrift "Hochland", ehe dem Oratorium 1954 der aus den Pfarreien Herz Jesu, St. Martin und St. Theresia ausgegliederte, neue Seelsorgsbezirk St. Laurentius anvertraut wurde. 1950 nahm Schreibmayr am katechetischen Kongress in Rom teil und arbeitete weiterhin mit Klemens Tilmann am neuen (grünen) Katechismus, der 1955 erschien und in 30 Sprachen übersetzt wurde. 1958 erhielt er mit Klemens Tillmann für sein Wirken den Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. 1964 wurde in München das Institut für Katechetik und Homiletik (IKH) von der Deutschen Bischofskonferenz gegründet, um die zukünftigen Seelsorger an eine zeitgemäße Verkündigung der christlichen Glaubensbotschaft heranzuführen. Erster Direktor wurde Heinrich Kahlefeld, gleichzeitig dozierten dort auch Klemens Tilmann und Franz Schreibmayr. Ein Anliegen von Franz Schreibmayr war die zeitgemäße Glaubensverkündigung, wovon eine umfangreiche exegetische und katechetische Arbeit zeugt. Die Arbeit am neuen Katechismus war das Zentrum seiner Tätigkeit. Dies zeigt auch die Bibliographie, die eine große Anzahl von Erläuterungen dieses Katechismus enthält. Den Glauben auch bereits den Kindern nahe zu bringen, lag ihm dabei besonders am Herzen. Besonderes Augenmerk legte Franz Schreibmayr auf die musikalische Begleitung der sonntäglichen Vesper in St. Laurentius. Er spielte die Orgel, mit besonderer Hingabe Choralvorspiele von J.S. Bach, und leitete die Scholagesänge. Franz Schreibmayr verstarb am 17. Dezember 1985 und ist auf dem Friedhof der Oratorianer bei St. Laurentius in München begraben. |
1. Allgemeine Informationen Bearbeiter: Michael Grouls/Archivdienstleistungen, Bonn Bearbeitungszeitraum: 2020 Umfang: 172 VE Zitierweise: Für die Wiederauffindbarkeit des Archivales sind lediglich das Archivkürzel und die vollständige Signatur der Verzeichniseinheit nötig, z. B.: AEM, [Signatur]. Wird eine entsprechende Zitierweise bevorzugt, kann nach dem Archivkürzel der Name des Bestandes eingefügt werden. Im Anschluss daran ist auch hier die vollständige Signatur des Archivales anzugeben, z. B. AEM, NL Schreibmayr, [Signatur].
2. Erschließungsarbeit Die Unterlagen waren durch Schreibmayr selbst grob thematisch geordnet und in einzelnen Mappen abgelegt worden. Diese innere Ordnung wurde weitgehend beibehalten; die einzelnen Themenbereiche innerhalb der Mappen wurden eigens erfasst. Abschließend wurde der Bestand mittels einer Gliederung strukturiert. |