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    Archiv des Erzbistums München und Freising
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    DA012 Benediktiner, Einzel- und Mischprovenienzen
    DA019 Benediktiner, Scheyern
    DA020 Benediktiner, Seeon
    DA029 Benediktiner, St. Veit (bei Neumarkt) - 1661-1800
    DA000 Benediktiner (unbearbeitet)
    DA021 Benediktiner, Weihenstephan
    DA010 Benediktusschwestern
    DA003 Birgittinnen, Altomünster

    Vollansicht Bestand

    Signatur: DA003
    Name: Birgittinnen, Altomünster
    Gattung: Bestand
    Beschreibung: Nach einer Legende soll der iro-schottische Alto von König Pippin dem Jüngeren im Donau-Isar-Hügelland nahe der Glonn einen Wald geschenkt bekommen und dort ein kleines Kloster errichtet haben.
    Als Beleg der Existenz Altos gilt ein Vermerk in einer Schenkungsurkunde, in der er als Reclusus erwähnt wird.
    Aus dieser Niederlassung erwuchs ein Benediktinerkloster, das jedoch in den Ungarnstürmen des 10. Jahrhunderts zerstört wurde. Um die Jahrtausendwende ließen die Welfen das Kloster erneuern.
    Auch in den folgenden Jahren förderten sie das klösterliche Leben in Altomünster. So setzten sie sich etwa für den Weggang der Benediktinermönche aus Altomünster in das welfische Hauskloster Weingarten ein (1056). Im Gegenzug zogen die Benediktinerinnen des Frauenklosters Weingarten nach Altomünster.
    So kam das Kloster in den Besitz der Frauen vom Orden des Heiligen Benedikt. In dieser Zeit gedieh das Stift und beherbergte zahlreiche Töchter aus bedeutenden Adelsgeschlechtern.
    Nach Jahren des Wohlstands geriet das Kloster im Spätmittelalter jedoch zunehmend in Verfall.
    Daraufhin nahm sich Herzog Georg der Reiche von Niederbayern des Klosters an. Er ließ das krisengeschüttelte Kloster im Jahr 1488 zunächst aufheben.
    Auf Betreiben von Wolfgang von Sandizell aus dem Erlöserorden (nach seiner Gründerin der heiligen Birgitta von Schweden auch Birgittenorden genannt) wurde das Kloster in Altomünster im Jahr 1497 mit Genehmigung des Papstes Innozenz VIII. als Doppelkloster des Birgittenordens mit 25 Mönchen und 50 Nonnen wiederbelebt.
    1499 endete die Abhängigkeit vom Mutterkloster Maihingen. Gemäß der Ordensregel unterstand das Kloster dem Diözesanbischof in Freising. Er übertrug dem Kloster 1504 die Pfarrei Altomünster.
    Aus dem Kloster in Maihingen wurden vorübergehend 15 weitere Frauen, fünf Priester und drei Laienbrüder nach Altomünster berufen.
    Der spätere Basler Reformator Johannes Oekolampad trat um das Jahr 1519 ins Kloster ein. Im Laufe der Jahre wurde er zum glühenden Anhänger Luthers und verließ später mit zehn Ordensbrüdern und einer Nonne den Konvent und seinen Orden.
    Zu dieser Zeit befand sich Kloster Altomünster in einer wirtschaftlichen Blüte. So gehörten um das Jahr 1600 zum Gutshof der Abtei mehr als 350 Anwesen im heutigen Oberbayern sowie mehrere Weingüter in Südtirol.
    Die Brüder und Schwestern kamen in dieser Zeit hauptsächlich aus Handwerks-, Wirts- und Beamtenfamilien aus München und Augsburg, insbesondere aber auch aus Altomünster und der näheren Umgebung.
    Zu den besonders einschneidenden Ereignissen zählten für den Konvent während des Dreißigjährigen Krieges vor allem der Schwedeneinfall im Jahr 1632, die Pestepidemie von 1634 und die Hungersnot von 1635.
    Nach dem Westfälischen Friedensschluss erwählte das Generalkapitel des Erlöserordens den Prior von Altomünster, Simon Hörmann (1669-1701), zum Ordensgeneral. Dies bedeutete für das Kloster eine Bedeutungssteigerung innerhalb des Ordens.
    Im Jahr 1692 erwarb Altomünster mit Hilfe des Kurfürsten Max Emmanuel das Haus der Ordensgründerin Brigitta an der Piazza Farnese in Rom. Zwei Priestern des Ordens wurde erlaubt, in das Haus der Heiligen Birgitta in Rom einzuziehen. Diese römische Filiale des Stiftes Altomünster bestand über 100 Jahre bis zum Jahr 1798, in welchem der letzte Prior des Casa di Santa Brigida, Matthäus Ludwig, durch die Franzosen in den Napoleonischen Feldzügen vertrieben wurde.
    Unter Leitung des Priors Jakob Scheck wurde 1729 der Klosterbau von Altomünster erweitert und umgestaltet. Im Jahr 1763 erfolgte die Grundsteinlegung zu einem Neubau des Gotteshauses. Hofbaumeister war Johann Michael Fischer aus München. Nach zehnjähriger Bauzeit konnte diese letzte Rokoko-Kirche Bayerns vom Bischof Ludwig von Freising eingeweiht werden.
    Schon früh warf die Säkularisation ihren Schatten auf Kloster Altomünster. So erfolgte bereits im Jahr 1801 die Beschlagnahmung großer Teile des Kirchensilbers. Im Folgejahr mussten wegen der Auflösung des Paulanerinnen-Klosters mehrere Nonnen in Altomünster aufgenommen werden.
    Im Jahr 1803 erfolgte dann die Auflösung des Birgittenklosters. Da sich für das Kloster jedoch kein Käufer fand, durften die Nonnen dort bleiben. Allerdings wurde ihnen das gemeinsame Chorgebet untersagt. Das Kloster wurde von Priorinnen weitergeleitet, die Wahl einer Äbtissin unterblieb in den folgenden Jahren und Jahrzehnten.
    Im Jahr 1805 wurde Altomünster als selbstständige Pfarrei konstituiert. Ihr erster Pfarrer war Magnus Ignaz Nerb.
    1830 lebten in Altomünster 20Nonnen in der alten Klausur und fünf Mönche in ihrem Privatdomizil. 1837 bestand der Konvent nur noch aus vier Nonnen.
    Das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising befürwortete nun die Übernahme von Altomünster durch den jungen, tatkräftigen Orden der Armen Schulschwestern.
    König Ludwig I. von Bayern genehmigte im Jahr 1841 die Aufnahme von Kandidatinnen in Altomünster und förderte damit den Fortbestand des Klosters als reiner Frauenkonvent.
    Ein Jahr später vollzog Domdechant von Oettl mit einem feierlichen Gottesdienst die Wiederherstellung der Klausur und die Einkleidung von zehn Novizinnen.
    1850 genehmigte König Max II. dem Kapitel den Rückkauf des Frauentrakts aus Staatsbesitz.
    In der Zeit des Zweiten Weltkriegs erreichte die Frauengemeinschaft mit 59 Nonnen die höchste Stärke in ihrer Geschichte.
    Im 20. Jahrhundert machte sich ein allgemeiner Rückgang der kontemplativen Ordensgemeinschaften bemerkbar, der sich auch deutlich in Altomünster zeigte. Bis zum Jahr 2002 ging die Zahl der Ordensschwestern auf sechs zurück. 2016 lebte im Birgittenkloster Altomünster nur mehr Schwester Apollonia Buchinger.
    Im Januar 2017 wurde das Kloster durch ein Dekret des Vatikans aufgelöst. Das Kloster samt Einrichtung und Besitzungen ging an das Erzbistum München und Freising über.
    Das Kloster Altomünster besaß eine Vielzahl von Kostbarkeiten. Dort bewahrte man die Hirnschale des Heiligen Alto als Reliquie auf. Darüber hinaus wurde auch jenes Messer bewahrt, mit dem Alto der Legende nach die Bäume des Waldes kennzeichnete. Des Weiteren war das Kloster im Besitz des Reisestabs und der Trinkschale der heiligen Birgitta.
    Besonders hervorzuheben ist auch der Schatz an kostbaren alten Drucken und Handschriften die sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek oder im Besitz des Erzbistums München und Freising befinden. Dazu zählen sieben Handschriften aus dem 15. Jahrhundert.
    Quellen
    • Altomünster, in: Bayern I. Altbayern und Schwaben (= Handbuch der Historischen Stätten. Kröner Taschenbuchausgabe Band 324), hrsg. v. KRÖNER, Hans-Michael und SCHMID, Alois, Stuttgart 2006, S. 22-23.
    • Altomünster, in: Bayern (= Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands Band 7), hrsg. v. BOSL, Karl, Stuttgart 1961, S. 14-15.
    • MAYER, Anton: Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, Bd. 1, München 1884, S. 137-145.
    http://kirchenundkapellen.de/kirchenab/altomuenster-klk-kurz.php (zuletzt besucht am 25.11.2018)
    https://www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/kloster-altomuenster/geschichte (zuletzt besucht am 25.11.2018)
    https://www.hdbg.eu/kloster/web/index.php/detail/geschichte?id=KS0003 (zuletzt besucht am 25.11.2018)
    Geschichte: Das Archiv des Birgittenklosters in Altomünster umfasst insgesamt 519 Verzeichnungseinheiten aus den Jahren 1428 bis 2011. Sechs Archivalien stammen aus dem 15. Jahrhundert, drei aus dem 16. Jahrhundert. Ein Großteil der Verzeichnungseinheiten entfällt auf das 19. und 20. Jahrhundert.
    Zunächst findet der Nutzer Akten allgemeinen Inhalts, welche sich keiner der folgenden Rubriken eindeutig zuordnen lassen. Darauf folgt Schriftgut zum Gesamtorden sowie zu den Birgittenklöstern in Syon, Vadstena und Weert. Die nächste Rubrik beinhaltet alle Urkunden und Akten zum Mutterhaus in Altomünster mit der Klosterkirche St. Alto. Dazu zählen insbesondere dessen Baugeschichte und allgemeine Verwaltung, die Durchführung von weltlichen und geistlichen Feiern, Gottesdienste und Sakramente sowie die Verwaltung von Kapital und Immobilien.
    Es folgt das Schriftgut zu den Schwestern des Birgittenklosters. Hier finden sich unter anderem persönliche Unterlagen zu Ausflügen, Ein- und Austritten sowie Professfeiern und Beerdigungen der Birgittinnen.
    Der nächste Klassifikationspunkt umfasst Verzeichnungseinheiten zu dem Tochterkloster in Rom. Der Bestand schließt mit Korrespondenzen sowie Verfügungen und Mitteilungen weltlicher und geistlicher Behörden ab.
    Vor der Verzeichnung wurde verstreutes Bibliotheksgut aus dem Bestand entnommen und dem Bestand Altomünster in der Dombibliothek Freising zugeführt. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Ordensregeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
    Innerhalb des Bestands besonders hervorzuheben ist das sogenannte Alto-Spiel, das seinen Ursprung im 18. Jahrhundert hat und die Geschichte des Einsiedlers Alto in Form eines Theaterstücks erzählt.
    Das Interesse der Schwestern an den technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zeigen vor allem die Wochenberichte zur Mondlandung und der Mission Apollo 13.
    Erschließungsinformationen: 1. Allgemeine Informationen

    Zitierweise: Für die Wiederauffindbarkeit des Archivales sind lediglich das Archivkürzel und die vollständige Signatur der Verzeichnungseinheit nötig, z. B.: AEM, [Signatur].
    Wird eine sprechende Zitierweise bevorzugt, kann nach dem Archivkürzel der Name des Bestandes eingefügt werden. Im Anschluss daran ist auch hier die vollständige Signatur des Archivales anzugeben, z. B.: AEM, Birgittinnen, Altomünster, [Signatur].


    2. Erschließungsarbeit

    Die Erschließung des Archivs des Klosters Altomünster wurde von April bis August 2018 durch die Firma „history-today – Büro für Geschichtsforschung“ in München durchgeführt. Die Arbeit erfolgte in der Pariser Straße 2.
    Die erste vorläufige Erschließung des Archivs und der Bibliothek des Klosters von Juni bis Dezember 2016 erfolgte durch zwei Hilfskräfte unter der Apostolischen Kommissarin Sr. Franziska Konrad. Die Bestände wurden hierbei vorläufig in Excel-Tabellen erfasst, die für die Erschließung 2018 zur Verfügung standen.
    Die Anlieferung des Archivguts erfolgte in einzelnen Lieferungen von April bis Mai 2018.
    Die Bewertung und Erschließung erfolgte nach der Archivordnung für die Seelsorgestellen und kirchlichen Einrichtungen im Erzbistum München und Freising. Die Dienst- und Fachaufsicht hatte dessen Direktor, Herr Dr. Peter Pfister, inne. Seinem Mitarbeiter, Herrn Michael Volpert, oblag die archivarische Betreuung. Bei der Einsicht und Verzeichnung der Akten wurden gleichzeitig eine Entmetallisierung sowie eine grobe Reinigung vorgenommen. Im Anschluss wurden die Archivalien archivgerecht verpackt.
    Bei der Verzeichnung wurden die einzelnen zu einem Titel gehörigen Akten grundsätzlich in den „Enthält-Vermerk“ aufgenommen. Alle inhaltlich oder formal stark abweichenden Verzeichnungseinheiten, z. B. Fotografien, Diapositive, Videokassetten oder Pläne sind in den entsprechenden „Darin-Vermerken“ enthalten. Sind Archivalien nur in Abschrift oder Xerokopie erhalten, wurde die Datierung des Originals in runde Klammern gesetzt und das Datum der vorliegenden Kopie (sofern bekannt) dahinter vermerkt. Schätzungen des Bearbeiters sind durch eckige Klammern gekennzeichnet.
    Der Zugang zu den einzelnen Archivalien erfolgt gemäß den Schutzfristbestimmungen des Archivs des Erzbistums München und Freising und kann im Einzelfall noch Beschränkungen unterliegen.
    Die Firma „history-today“ überträgt alle aus dem Urheberrecht herrührenden Nutzungsrechte der Erzdiözese München und Freising.
    DA006 Deutscher Orden, Maria Birnbaum
    DA004 Dominikanerinnen, Altenhohenau
    DA028 Franziskaner, allgemein
    DA025 Franziskaner, München (St. Anton)
    DA011 Franziskanerinnen (Schwestern der katholischen Heimatmission), München
    DA022 Franziskanerinnen, Einzelprovenienzen
    DA008 Franziskanerinnen, Schönbrunn - 1825-2012
    DA026 Hieronymitaner, München
    DA023 Jesuiten, Ebersberg
    DA007 Salesianerinnen, Beuerberg
    DA027 Servitinnen, München
    DA005 Ursulinen, Landshut - 1451-2016
    DA024 Verschiedene Orden/Klöster, Einzel- und Mischprovenienzen
    DA030 Unbeschuhte Karmliten (Deutsche Provinz)
    DA009 Zisterzienser, Fürstenfeld - 19. Jh.
    Säkularkanoniker
    kirchliche Organisationen
    Nachlässe
    Sammlungen und Dokumentationen
    Fremdprovenienzen