| DA007 |
| Salesianerinnen, Beuerberg |
| 1376-2019 |
| Bestand |
Am Durchbruch der Loisach durch den nördlichen Molassezug und den inneren Moränengürtel liegt das weitgestreute Dorf Beuerberg (Buriberg von althochdeutsch „bür" = Anbauer-Nachbar) am Rand des ehemaligen Wolfratshausener Sees. Der Kern der Siedlung lag am Fluss um den Kirchberg beim Friedhof, woran die Ortsteile Graben, Bruggen, Wäschhausen und Schöffländ noch erinnern. Die Ortsteile Kuglstatt im Nordwesten, Moos im Südwesten und Arker im Süden entstanden als Söldnersiedlungen zur Zeit des Augustinerchorherrenstiftes. Die erste urkundliche Nachricht stammt aus der Zeit des Bischofs Arnold von Freising (875-883): Sie berichtet von einem Tausch von 44 Tagwerk zu Purinloh (Baierlach) für eine Mühle. Die Geschichte klösterlichen Lebens in Beuerberg begann mit der Gründung eines Augustiner-Chorherrenstifts durch die Irinsburger: Albert von Irinsburg (Eurasburg) war als Gefolgsmann Heinrichs IV. im Bann gestorben. Seine Witwe Berta und die Söhne Otto, Eberhard und Konrad entschlossen sich für sein Seelenheil zu einer frommen Stiftung. Das Chorherrenstift wurde am 30. März 1120 durch Papst Calixt II. bestätigt. Der Bau von Kirche und Stift wurde im Jahr 1127 vollendet. Aufgrund seiner Lage zwischen so bedeutenden Klöstern wie Benediktbeuern, Wessobrunn und Polling blieb das Stift, was seine finanzielle Ausstattung wie auch die Mitgliederzahl betraf, eher im unteren Bereich. Doch wird in der Literatur wiederholt auf seine geistige und kulturelle Strahlkraft im späten 13. und 14. Jahrhundert verwiesen. Nach einer Zeit des allgemeinen Niedergangs erblühte das geistliche Leben im Kloster Beuerberg um 1525 von neuem, was insbesondere den Pröpsten Johann II. Taverner und Leonhard Mochinger, die aus den Chorherrenstiften Polling bzw. Dießen am Ammersee nach Beuerberg kamen, zu verdanken war. Ab 1626 erfolgte der Umbau der ursprünglich romanischen Klosterkirche vermutlich durch den Baumeister Bartholomäus Steinle. Die Baumaßnahmen führten jedoch am 13. November 1628 zum Einsturz derselben. Nach dem vernichtenden Baugutachten der hinzugerufenen Hofbaumeister Heinrich Schön und Isaak Paader, wurde am 15. März 1629 der Grundstein für eine neue Klosterkirche gelegt. Baumeister war dieses Mal Isaak Paader unter Mitwirkung von Hans Krumppers. Nachdem der Konvent einen Pestausbruch und einen Schwedeneinfall überstanden hatte, wurde die barocke Klosterkirche (im Stil der Jesuitenkirche St. Michael in München) am 5. August 1635 durch den Freisinger Fürstbischof Veit Adam feierlich geweiht. Unter Propst Stainherr wurde der Plan zum Neubau der Klosteranlage gefasst. Verwirklicht wurde er durch Cajetan Perner (1729-1753) in der jetzigen Form mit Brauerei, Marstall, Pfisterei, Torwartl, Arbeiterwohnungen und Amtsmannshaus mit Schule. Doch auch vor Kloster Beuerberg machte die Säkularisation keinen Halt. Am 18. April 1803 wurde der Konvent aufgelöst. Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche deklariert. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es in Bayern zu einer Neubelebung des Ordenslebens. Im Zuge dessen erwarben im Jahr 1845 die Salesianerinnen von Dietramszell das Klostergebäude in Beuerberg, wodurch die Kirche fortan (zeitweise) wieder als Klosterkirche genutzt wurde. Im Jahr 1846 erfolgte dann die offizielle Gründung des Konvents durch die erste Oberin Maria Regis Dopfer (1803-1867). Im selben Jahr erfolgte die Eröffnung einer höheren Mädchenschule mit Pensionat, die bis ins Jahr 1934 fortbestand. Im September 1934 eröffnete im Josefstrakt ein Damenerholungsheim, das allerdings bereits 1942 wieder geschlossen werden musste. 1943 beschlagnahmte die deutsche Wehrmacht einen Teil des Klostergebäudes und richtete dort ein Reservelazarett ein. In einem anderen Gebäudeteil wurde die Münchner Universitäts-Augenklinik, deren Münchner Gebäude durch einen Bombenangriff völlig zerstört worden waren, untergebracht. Ebenfalls nach Beuerberg verlegt wurde die Schule des Max-Josef-Stifts, nachdem in den Gebäuden in München als Lazarett eingerichtet wurde und der dortige Schulbetrieb eingestellt werden musste. Die Rückverlegung nach München-Bogenhausen erfolgte im Jahr 1951. Während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg fanden auch Schwestern aus anderen Salesianerinnenklöstern, wie Gleink in Österreich, Chotieschau in Tschechien, Erd in Ungarn und Koblenz-Moselweiß, Zuflucht in Kloster Beuerberg. Nach dem zweiten Weltkrieg diente der Gebäudekomplex zeitweise als Flüchtlingslager. 1952 wurde an Stelle des Damenerholungsheims ein Müttergenesungs- bzw. Müttererholungsheim unter der Schirmherrschaft der Caritas eröffnet. Es bestand bis ins Jahr 1972. Im Jahr 1965 gründeten die Schwestern zusätzlich zu dem bestehenden Mütter- ein Altenerholungsheim im Josefstrakt. Träger war ebenfalls die Caritas. Das Altenerholungsheim wurde 1989 geschlossen. In den 1990er Jahren bis ca. 2006 beherbergte das Kloster ein staatliches Übergangswohnheim für Spätaussiedler. Im Jahr 2014 erfolgte die Auflösung des Salesianerinnenklosters Beuerberg. Die zuletzt dort noch lebenden 14 Schwestern zogen in Altenheime. Das Klostergebäude wurde vom Erzbistum München und Freising übernommen. Zeitweise unterhielt das Kloster eine Apotheke, eine Steppdecken- und eine Wäschenäherei sowie eine Paramentenstickerei. Darüber hinaus verkaufte das Kloster Gemüse und andere Erzeugnisse, die am Klosterhof angebaut bzw. im Kloster hergestellt wurden. Zudem wurde im ehemaligen Kapitelsaal des Augustiner-Chorherrenstifts bis ins Jahr 2002 Löwenzahnwein unter dem Namen „Naturkraft“ gebraut. Die Landwirtschaft auf dem Klosterhof in Herrnhausen wurde im Jahr 1972 aus Rentabilitätsgründen aufgegeben. Die Gebäude und landwirtschaftlichen Flächen wurden vermietet bzw. verpachtet. In der Frühzeit des Salesianerinnenklosters erfolgten kurz nacheinander die Gründungen zweier Töchterklöster: Thurnfeld in Tirol im Jahr 1859 und Koblenz-Moselweiß im Jahr 1863. Letzteres wurde von der ehemaligen Beuerberger Oberin Maria Regis Dopfer (1803-1867) wesentlich vorangetrieben. Darüber hinaus unterstützte das Kloster bis Ende des 19. Jahrhunderts weitere Tochtergründungen anderer Salesianerinnenklöster. Im Jahr 1954 wurde Kloster Niedernfels ins Leben gerufen. Das Kloster wurde zur Aufnahme der vertriebenen deutschen Schwestern aus dem tschechischen Kloster Chotieschau gegründet. Diese lebten seit 1945 auf verschiedene Salesianerinnenklöster und andere Institutionen, wie das Kinderheim in Steinhöring, verstreut. Die Auflösung des Konvents erfolgte im Jahr 1997, die verbliebenen Schwestern verteilten sich auf das Kloster Pielenhofen und das Kloster Beuerberg. |
Das Archiv des Birgittenklosters in Altomünster umfasst insgesamt 520 Verzeichnungseinheiten aus den Jahren 1428 bis 2011. Sechs Archivalien stammen aus dem 15. Jahrhundert, drei aus dem 16. Jahrhundert. Ein Großteil der Verzeichnungseinheiten entfällt auf das 19. und 20. Jahrhundert. Zunächst findet der Nutzer Akten allgemeinen Inhalts, welche sich keiner der folgenden Rubriken eindeutig zuordnen lassen. Darauf folgt Schriftgut zum Gesamtorden sowie zu den Birgittenklöstern in Syon, Vadstena und Weert. Die nächste Rubrik beinhaltet alle Urkunden und Akten zum Mutterhaus in Altomünster mit der Klosterkirche St. Alto. Dazu zählen insbesondere dessen Baugeschichte und allgemeine Verwaltung, die Durchführung von weltlichen und geistlichen Feiern, Gottesdienste und Sakramente sowie die Verwaltung von Kapital und Immobilien. Es folgt das Schriftgut zu den Schwestern des Birgittenklosters. Hier finden sich unter anderem persönliche Unterlagen zu Ausflügen, Ein- und Austritten sowie Professfeiern und Beerdigungen der Birgitten. Der nächste Klassifikationspunkt umfasst Verzeichnungseinheiten zu dem Tochterkloster in Rom. Der Bestand schließt mit Korrespondenzen sowie Verfügungen und Mitteilungen weltlicher und geistlicher Behörden ab. Vor der Verzeichnung wurde verstreutes Bibliotheksgut aus dem Bestand entnommen und dem Bestand Altomünster in der Dombibliothek Freising zugeführt. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Ordensregeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Innerhalb des Bestands besonders hervorzuheben ist das sogenannte Alto-Spiel, das seinen Ursprung im 18. Jahrhundert hat und die Geschichte des Einsiedlers Alto in Form eines Theaterstücks erzählt. Das Interesse der Schwestern an den technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zeigen vor allem die Wochenberichte zur Mondlandung und der Mission Apollo 13.
Anmerkung zur Verzeichnungseinheit mit dem Signatur-Präfix "KB": Bei der Säkularisation der Klöster und Kollegiatstifte 1802/03 wurden deren Archive größtenteils vom Staat übernommen. Die Archive der altbayerischen Klöster und Stifte befinden sich heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Einzelne Unterlagen gelangten jedoch nicht dorthin, sondern zumeist in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Schenkung von ehemaligen Kloster- bzw. Stiftsangehörigen oder durch Ankauf ins Archiv des Erzbistums. Aus den bandförmigen Archivalien klösterlicher oder stiftischer Provenienz wurde hier in den 1960er Jahren der Pertinenz-Bestand „Kloster Bände“ gebildet. Diesem wurden auch einzelne Bände des bischöflichen Geistlichen Rats und des Domkapitels Freising mit Kloster- oder Stiftsbezug eingegliedert. Später übernommene Bände klösterlicher oder stiftischer Herkunft wurden ebenfalls angereiht. Bei der Neuverzeichnung wurden die Bände ihrer jeweiligen Provenienz zugeordnet, behielten jedoch ihre bisherige Signatur (mit dem Signatur-Präfix "KB") und können deshalb auch in einer „alternativen Sicht“ (Kloster Bände) im früheren archivischen Zusammenhang eingesehen werden. |
Die ursprüngliche Registraturordnung der Realia-Akten ging vermutlich infolge der Evakuierungsmaßnahmen an verschiedene Standorte im Münchner Umland während des 2. Weltkriegs weitgehend verloren. Nach Zusammenführung der Akten im Archiv in der Nachkriegszeit und ersten Erschließungsmaßnahmen mittels Karteikarten entstand durch weitere Maßnahmen der 1980/1990er Jahre eine sehr disparate Erschließungssituation: Neben dem Zugriff auf einen Teilbestand mittels Karteikarten wurden weitere Teilbestände auf Faszikelebene summarisch erschlossen, während in den Jahren 1997-2002 bei einem fünften Teilbestand eine Detailverzeichnung begonnen wurde, die sich am damaligen Aktenplan des Erzbischöflichen Ordinariats orientierte. Daneben bestand eine chronologische Schematismus-Sammlung sowie die chronologisch abgelegten Unterlagen zu den Ordinationen.
Ein mehrwöchiges Praktikum der Referendare der Bayerischen Archivschule, das erstmals 2004 im Archiv des Erzbistums stattfand, wurde als Anlass genommen, mit einer grundlegenden Neubearbeitung zu beginnen. Zunächst wurde ein neues Gliederungsschema entwickelt, das auf dem historischen Behördenaufbau zu Ende des 19. Jahrhunderts basiert. Im Zuge der weiteren Bearbeitung wurden hierbei noch Anpassung und Erweiterung vorgenommen. Anschließend wurden die vorliegenden Akten unter Einbeziehung der älteren Vorarbeiten einheitlich neu verzeichnet. Hierbei wurden zudem die im Bestand enthaltenen Provenienzen im Detail erfasst und provenienzreine Verzeichnungseinheiten gebildet. Neben der Ordinariatsüberlieferung sind hier besonders die Unterlagen der Geistlichen Regierung Freising, die verschiedenen Salzburger Provenienzstellen, das Dom-/Metropolitankapitel, sowie das Kollegiatstift und das Dompfarramt Unsere Liebe Frau zu München zu nennen. Nach Ende des Praktikums wurden die Arbeiten durch das Archiv selbst weitergeführt und die Bearbeitung auf die weiteren Altbestände erweitert (FS, H, GR.PR., S, DK, V, Personalia). Hierbei wurden vereinzelt Unterlagen zwischen den Beständen neu zugeordnet: Waren die Qualifikationsbögen bisher den Personalakten zugeordnet, liegen sie nun im Klassifikationspunkt "Klerus" in Realia.
Ca. 2015 konnte die Neubearbeitung der Altbestände mit Ausnahme der Lokalia (Pfarrakten, Kloster- und Stiftsakten) weitgehend zum Abschluss gebracht werden. Im Zuge der Umstellung auf ein neues Archivinformationssystem wurden die bisherigen Altbestände 2018-2020 nach den erfassten Provenienzen aufgeteilt und es entstanden neue virtuelle Bestände, während die physische Ordnung hiervon unberührt blieb. Gleichzeitig wurde die Erschließung redaktionell abschließend überarbeitet und vereinheitlicht.
Zitierweise: Für die Wiederauffindbarkeit des Archivales sind lediglich das Archivkürzel und die vollständige Signatur der Verzeichnungseinheit nötig, z.B.: AEM, [Signatur]. Wird eine sprechende Zitierweise bevorzugt, kann nach dem Archivkürzel der Name des Bestandes eingefügt werden. Im Anschluss daran ist auch hier die vollständige Signatur des Archivales anzugeben, z.B.: AEM, Allgemeiner Geistlicher Rat und Generalvikariat (bis 1944), Realia, [Signatur]. |