| BA004/4 |
| Konzilsakten |
| 1953-1986 |
| Erzbischöflicher Stuhl |
Das Erzbischöfliche Archiv München, das sich im Besitz des jeweils amtierenden Erzbischofs von München und Freising befindet, verwahrt Schriftgut der Münchener Erzbischöfe seit 1821, darunter namentlich von Michael Kardinal von Faulhaber (1917-1952), Joseph Kardinal Wendel (1952-1960), Julius Kardinal Döpfner (1961-1976) und Joseph Kardinal Ratzinger (1977-1982). Dieses Schriftgut ist zum überwiegenden Teil aus den dienstlichen Aufgaben der Erzbischöfe erwachsen, darf also nicht oder nur zu geringen Teilen als privater schriftlicher Nachlass eingestuft werden. Während die Akten der Kardinäle Faulhaber und Döpfner aufgrund einer Entscheidung des derzeit amtierenden Erzbischofs Friedrich Kardinal Wetter bereits einer sachgerechten, archivischen Bearbeitung unter der Prämisse der Bestandserhaltung und Zugänglichkeit unterzogen werden, können die Bestände der Kardinäle Wendel und Ratzinger noch nicht bearbeitet und zugänglich gemacht werden. |
1. Bestandsgeschichte
Die Konzilsakten Julius Döpfners sind ein Teilbestand des als Einheit zu betrachtenden Fonds "Kardinal-Döpfner-Archiv", wobei die Bezeichnung der Akten Döpfners als "Archiv" terminologisch nicht ganz korrekt ist, da es sich bei dem vorhandenen Schriftgut um die Registraturbestände aus der Amtszeit Döpfners handelt. Der Teilbestand Konzilsakten unterscheidet sich jedoch vom restlichen Schriftgut Döpfners insofern, als er nicht als reines Registraturschriftgut anzusehen ist, das nach der Erledigung des Vorgangs zu den Akten genommen worden ist. Vielmehr hat der damalige Konzilssekretär von Kardinal Döpfner, Dr. Gerhard Gruber(1), bereits während des Konzils damit begonnen, eine Klassifizierung und Vorordnung der Akten durchzuführen.(2) Im Zuge dieser Vorordnung entstand ein Grundgerüst, das als Hauptgruppen folgende Abteilungen beinhaltet: 1. Korrespondenzakten, 2. Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit, 3. Vorgänge im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanum, und 4. Sachakten. Alle Akten sind in sich chronologisch geordnet. Die Korrespondenzakten sind nach neun Adressatengruppen gegliedert: Schriftverkehr mit dem Vatikan, mit anderen Konzilsteilnehmern, mit Konzilsperiti, mit katholischen Organisationen, mit Priestern, mit Laien und nichtkirchlichen Organisationen, mit Nichtkatholiken und nichtkatholischen Religionsgemeinschaften, Schriftverkehr bezüglich finanzieller Dinge und Korrespondenz mit dem Erzbischöflichen Sekretariat in München. Die zweite Hauptgruppe "Publizistik und Öffentlichkeitsarbeit" umfasst Schriftverkehr mit Journalisten, Presseausschnitte zum Konzil, Materialien zu Vorträgen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie Presseveröffentlichungen Kardinal Döpfners. In der dritten Hauptgruppe "Vorgänge im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanum" findet sich Schriftgut über Kontroversen, zur Konstitution "Veterum sapientia", zum holländischen Konzilshirtenbrief vom Frühjahr 1962 und zur Reform der Kurie, der Fasten- und Abstinenzgebote und zum Ablasswesen. Die vierte Hauptgruppe schließlich Materialien zu den einzelnen Schemata des Konzils. Aufgeteilt in neun zeitliche Abschnitte wurde das einlaufende oder selbst erstellte Schriftgut systematisch den Schemata zugeordnet. Mit fortschreitender Dauer des Konzils verringerte sich die Zahl der behandelten Schemata; dies schlug sich natürlich auch in der vierten Hauptgruppe nieder, die entsprechend der verringerten Zahl der behandelten Schemata auch weniger Unterpunkte verzeichnen kann. --------------------------------------------------- (1) Vgl. die biographischen Angaben in Hans-Jörg Nesner, Das Metropolitankapitel zu München (seit 1821), in: Georg Schwaiger (Hg.), Monachium Sacrum. Festschrift zur 500-Jahr-Feier der Metropolitankirche Zu Unserer Lieben Frau in München, Bd. 1, München 1994, 475-608, hier 516f. (2) Gespräch des Verfassers mit Dr. Gerhard Gruber am 27. September 2000.
2. Zugang, Übernahme, Akzession
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1. Allgemeine Informationen
Bearbeiter: Guido Treffler M.A. Bearbeitunszeitraum: 2004 Bestandsart: Fonds Umfang: 5687 VE Zitierweise: Für die Wiederauffindbarkeit des Archivales sind lediglich das Archivkürzel und die vollständige Signatur der Verzeichnungseinheit nötig, z. B.: EAM, [Signatur]. Wird eine sprechende Zitierweise bevorzugt, kann nach dem Archivkürzel der Name des Nachlassgebers eingefügt werden. Im Anschluss daran ist auch hier die vollständige Signatur des Archivales anzugeben, z. B.: EAM, Julius Kardinal Döpfner, Konzilsakten, [Signatur].
2. Erschließungsarbeit
a. Beschreibung des vorgefundenen Zustandes
Das Schriftgut wurde zunächst aus den nicht säurefreien Mappen entnommen, von Eisenteilen und anderen Fremdmaterialien befreit und in säurefreie, basisch gepufferte und pH-neutrale Jurismappen umgelegt. Dies gewährleistet eine sichere, stabile und staubfreie Aufbewahrung des Schriftgutes. Papierschädigende Abbauprozesse lassen sich dadurch eindämmen. Gemäß dem Registraturprinzip galt für die Verzeichnung der Grundsatz, die vorgefundene Ordnung weitestgehend beizubehalten. Dies erscheint gerechtfertigt zum einen aufgrund des sinnvollen Ordnungsprinzips, das Anwendung gefunden hat, zum anderen aufgrund pragmatischer, zeitökonomischer Gründe. Bei insgesamt über 5300 Verzeichnungseinheiten hätte eine vollständige Neuordnung zu viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem können zusammengehörende Schriftstücke auf zweierlei Weise einander zugeordnet werden: zum einen durch handschriftliche Notizen, die bei der Vorordnung durch Dr. Gruber angebracht wurden, zum anderen über die Registerfunktion des Verzeichnungsprogramms. Zu Beginn der Verzeichnungsarbeiten wurde die chronologische Ordnung überprüft und gegebenenfalls hergestellt, bevor mit der eigentlichen Verzeichnung begonnen werden konnte. Aufgrund der großen Bedeutung dieser Überlieferung und aufgrund vergleichbarer internationaler Vorgaben - genannt seien hier nur die Findbücher zu den Konzilsakten der Kardinäle Lercaro (1) und Suenens (2) - entschied man sich, auch die Konzilsakten Kardinal Döpfners in der Form einer Einzelblattverzeichnung zugänglich zu machen. Dies bedeutet, dass jedes einzelne Dokument eine eigene Findbuchnummer erhielt, unter der verschiedene Informationen wie Absender und Adressat, Betreff, Seitenzahl, Sprache und Datierung aufgeführt wurden. Zugleich wurde auch jedes Dokument selbst nummeriert und paginiert. Neben der schnellen Auffindbarkeit eines Dokuments ergibt sich somit als zusätzlicher positiver Effekt dieser intensiven Verzeichnungsmethode die Möglichkeit, die Vollständigkeit des Bestandes leichter kontrollieren und sichern zu können. --------------------------------------------------- (1) Lorella Lazzaretti (Bearb.), Inventario dei fondi G. Lercaro e G. Dossetti, Bologna 1995. (2) Leo Declerck / Eddie Louchez, Inventaire des Papiers conciliaires du cardinal L.-J. Suenens (= Cahiers de la Revue Théologique de Louvain 31), Louvain-la-Neuve 1998.
b. Beschreibung der Erschließungsmaßnahme Eine Aktenaussonderung wurde bei dem überlieferten Schriftgut Kardinal Döpfners zum Zweiten Vatikanum, das von weltkirchlicher Bedeutung ist, nicht vorgenommen.
3. Nutzungsbedingungen
Die Erschließung erfolgt über einen dreigeteilten Index. Standardmäßig wurden ein Personen- und Ortsregister erstellt. Dazu kommt ein umfangreiches Sachregister, das nicht nur Themen aufführt, die dem Einzeldokument auf den ersten Blick zu entnehmen sind, sondern auch Einzelaspekte benennt, die im mitunter sehr umfangreichen Text des jeweiligen Dokuments behandelt werden. Somit wird der Zugang für die zukünftigen Benutzer erleichtert und zugleich eine umfassende thematische Recherchemöglichkeit angeboten.
4. Zugangsbeschränkungen
Die Korrespondenzakten sind zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Korrespondenzpartner nur mit Sondergenehmigung (§9 KAO) nutzbar. |