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Signatur: CB051
Name: Buchbach-St. Jakobus der Ältere
Laufzeit: 1407-2003
Beschreibung: Eine erste Erwähnung des Ortes Buchbach findet sich bereits in einem Salzburger Güterverzeichnis von 788 unter dem Namen "pohpah". Der Pfarrsitz hingegen lässt sich erstmals 1150 durch das Schenkungsbuch der Probstei Berchtesgaden nachweisen, in dem der "plebanus von Pochbach" als Zeuge auftritt. Von 1603 bis 1651 lag das Besetzungsrecht der Pfarrei beim Kloster Gars, das den Sitz teilweise mit Geistlichen aus den eigenen Reihen und teilweise mit weltlichen Vikaren besetzte. In denselben Zeitraum, nämlich 1634, fällt eines der größten Unglücke der Pfarrei. An der Pest starben hier mehr als 400 Personen. Bald darauf, in den letzten Kriegsjahren des Dreißigjährigen Krieges, wurde von Schweden in die Kirche eingebrochen und diese auch geschändet. Wegen des Reichsdeputationshauptschlusses kamen die Besitzungen des Fürstbischofs von Salzburg, zu denen auch Buchbach gehörte, nach Bayern.
Nach der Säkularisation 1803 wurde die Pfarrei Buchbach dann dem Dekanat Oberbergkirchen der Erzdiözese München und Freising zugeordnet. Gesicherte Angaben zum ursprünglich wohl romanischen Bau der Kirche in Buchbach lassen sich nur schwer treffen. Gesichert ist eine Barockisierung des Innenraumes der Kirche ab 1700. Eindeutig nachweisbar brannte die gotische Kirche 1762 während eines Feuers, das große Teile der damaligen Ortschaft zerstörte, vollständig ab. In den folgenden Jahren wurde mit einem Ersatzbau im Rokokostil begonnen und dieser 1775 fertiggestellt. Dieser wurde weitestgehend in dem damaligen Stil belassen, es wurden nur mehrere Renovierungen des Innenraums während des 20. Jahrhunderts vorgenommen. Die vielen Filialkirchen und Kapellen lassen sich zu einem Großteil in das Hochmittelalter verorten. Einzig Loinbruck ist bereits 788 als Kirchort genannt. Seit 1978 besteht der Pfarrverband Buchbach mit Grüntegernbach, Ranoldsberg und Walkersaich.
Geschichte: 1. Bestandsgeschichte

Die Archivalien wurden weitgehend unsortiert vorgefunden. Die Bestände des Pfarrarchivs St. Jakobus umfassen vor allem Akten vom 18. bis zum 21. Jahrhundert mit vereinzelten Zeugnissen aus dem späten 17. Jahrhundert, wobei die Aktenmenge in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert deutlich zunimmt. Einen großen Teil des Bestandes nahmen die Rechnungen und Belege der Kirchenstiftung ein, deren Anzahl in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark zunimmt. Bemerkenswert ist dabei der umfassende und fast lückenlose Bestand an Rechnungen aus dem 17. Jahrhundert. Zudem ragt die Menge und Verschiedenheit der Rechnungen von Sonderstiftungen und Filialkirchen im Vergleich zu anderen Pfarreien hervor. Neben den Rechnungen ist aus dem Bestand ein größerer Anteil an Unterlagen zur Geschichte der Pfarrei hervorzuheben, die vermutlich zu einem großen Teil anlässlich der 1200 Jahr-Feier des Ortes Buchbach entstanden sind. Weitere Unterlagen dokumentieren die Seelsorge, Vereine und Verbände sowie die kirchliche Arbeit in Buchbach. Häufig finden sich zudem Unterlagen, die sich mit der Organisation und Verwaltung der Filialkirchen und Benefizien beschäftigen. Ausführlich wurden auch jegliche bauliche Maßnahmen und deren Zustandekommen an der Pfarrkirche sowie den Filialkirchen dokumentiert. Außerdem findet sich ein interessanter Bestand an Akten, die sich mit der Jugendarbeit eines Pfarrers und seines Hilfspriesters im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert beschäftigen. Fotografien im Pfarrarchiv beschränken sich größtenteils auf Dokumentationen von Inventar und baulichen Maßnahmen. Besonders erwähnenswert sind vier spätmittelalterliche Urkunden in gutem Überlieferungszustand. Diese beschäftigen sich vorrangig mit Darlehen und Grundstücksübertragungen und sind in gotischer Minuskel abgefasst
Erschließungsinformationen: 1. Allgemeine Informationen

Bearbeiter: Andreas Straßburger
Bearbeitungszeitraum: 2014-2015
Bestandsart: Fonds
Umfang: 571 VE
Zitierweise: Für die Wiederauffindbarkeit des Archivales sind lediglich das Archivkürzel und die vollständige Signatur der Verzeichnungseinheit nötig, z. B.: Pfarrarchiv Buchbach, [Signatur].
Wird eine sprechende Zitierweise bevorzugt, kann nach dem Archivkürzel der Name des Bestandes eingefügt werden. Im Anschluss daran ist auch hier die vollständige Signatur des Archivales anzugeben, z. B.: Pfarrarchiv Buchbach-St. Jakobus der Ältere, [Signatur].


2. Erschließungsarbeit

a. Beschreibung der Erschließungsmaßnahme

Die Dienst- und Fachaufsicht hatte der Direktor des Archivs des Erzbistums München und Freising, Herr Dr. Peter Pfister, inne. Seinem Mitarbeiter, Herrn Dr. Christopher Sterzenbach, oblag die archivarische Betreuung.
Der Bearbeitung lag die Erschließungsrichtlinie für Pfarrarchive des AEM zugrunde.
Zur Ordnung und Bewertung bzw. Kassation siehe "Archivordnung für die Seelsorgestellen und kirchlichen Einrichtungen im Erzbistum München und Freising".
Das Pfarrarchiv befindet sich vor Ort. Im AEM liegen lediglich die Matrikelbücher vor, die digital genutzt werden können.

b. Besonderheiten

vier spätmittelalterliche Urkunden


3. Anmerkung zum Erhaltungszustand

Bei der Einsicht und Verzeichnung der Akten wurde gleichzeitig eine Entmetallisierung vorgenommen. Im Anschluss wurden die Archivalien archivgerecht verpackt.


4. Zugangsbeschränkungen

a. rechtliche Einschränkungen
gemäß Schutzfristenbeschränkungen (Erhaltungszustand)