Vollansicht Bestand
| Archiv | Archiv des Erzbistums München und Freising |
| Signatur: | GA009 |
| Name: | Bruderschaftsbriefe |
| Laufzeit: | 1601-ca. 1930 |
| Gattung: | Bestand |
| Beschreibung: | Bruderschaften sind kirchliche Vereinigungen, die sich, je nach ihrer Ausrichtung, an verschiedene Personenkreise wenden. Hauptanliegen aller Bruderschaften ist das religiöse Totengedenken, die Jenseitsvorsorge in Form gegenseitigen Gebets sowie regelmäßiger Messfeiern und auch Prozessionen für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Gemeinschaft. Hinzu kommen, je nach Ausrichtung der Bruderschaft, weitere Ziele, etwa caritative Tätigkeit sowie die soziale Unterstützung der Mitglieder. Auch die Förderung des christlichen Glaubens durch das gemeinsame Gebet und der individuellen Frömmigkeit können im Mittelpunkt stehen. Die Bruderschaften stehen dabei unter dem Patronat eines Heiligen oder einer Heilstatsache. Die Wurzeln des Bruderschaftswesens liegen im Mittelalter; vermutlich nahmen sich die Laienbünde die klösterlichen Gebetsverbrüderungen zum Vorbild. Im Raum des heutigen Bayerns sind Bruderschaften seit dem Spätmittelalter belegt. Nach einem Einbruch während der Reformationszeit erlebte das Bruderschaftswesen in der Barockzeit eine neue Blüte. Im späten 19. Jahrhundert erhielten die Bruderschaften durch das neu entstehende katholische Vereinswesen Konkurrenz; die meisten erloschen im Laufe des 20. Jahrhunderts, i.d.R. ohne formelle Auflösung. |
| Geschichte: | Sichtbarstes Zeichen der Bruderschaften im archivischen Kontext sind die sog. Bruderschaftsbriefe, also der kunstvolle Druck, in dem die Ziele und Aufgaben der Bruderschaft niedergeschrieben sind und die ein Bildnis des Heiligen oder der Heilstatsache der jeweiligen Bruderschaft umrahmen. Jedes Mitglied bekam bei Aufnahme einen Bruderschaftsbrief ausgehändigt, Name und Aufnahmedatum wurden händisch auf dem Brief ergänzt. Auffallend ist dabei, dass die im 18. oder 19. Jahrhundert gedruckten Briefe teilweise bis ins 20. Jahrhundert bei Neuaufnahmen Verwendung fanden, wie die Aufnahmedaten bei den ausgefüllten Briefen vereinzelt belegen. Im Archiv des Erzbistums sind die Bruderschaftsbriefe in erster Linie in der Überlieferung der Pfarrakten überliefert. Im Zuge der Erteilung der erforderlichen oberhirtlichen Genehmigung wurde sowohl bei Gründung als auch Neugründung einer Bruderschaft ein Bruderschaftsbrief zu den Akten genommen. Hinzu kommt die gezielte Erwerbung aus dem Antiquariatshandel oder auch die Schenkung von Briefen. Während die Briefe im Verwaltungskontext i.d.R. Blankoformulare ohne Personeneintragung sind, sind die aus Privatbesitz stammenden Exemplare meistens auf eine Person ausgestellt. Die zusätzlich erworbenen Briefe wurden zunächst unter dem Ort der Bruderschaft der Graphiksammlung zugeordnet, später wurden diese zu einer eigenen Sammlung zusammengefasst. Die Bruderschaftsbriefe in den Pfarrakten wurden im Zuge der Neubearbeitung aus konservatorischen Gründenebenfalls entnommen und hier zugeordnet. Die Sammlung umfasst derzeit 566 Bruderschaftsbriefe, erfährt aber durch Erwerbungen und Schenkungen auch weiterhin noch Zuwachs. Unterlagen zu Bruderschaften, darunter Bruderschaftsbriefe, sind darüber hinaus in vielen Pfarrarchiven überliefert. |
| Erschließungsinformationen: | 1. Allgemeine Informationen • Bestandsart: Selekt • Umfang: 566 VE • Zitierweise: AEM, [Signatur] oder AEM, Bruderschaftsbriefe, [Signatur] 2. Erschließungsarbeit Die archivische Ordnung erfolgte nach dem Ort der Bruderschaft und ihrem Namen. Bei Entnahme des Bruderschaftsbriefs aus den Pfarrakten wurde immer der Ursprungsakt vermerkt. Nachträge werden laufend ergänzt. Die Sammlung ist vollständig digitalisiert und sowohl über das Digitale Archiv des Erzbistums als auch das Kulturportal bavarikon ohne rechtliche Einschränkungen nutzbar. |
| Archiv: | Archiv des Erzbistums München und Freising |